“Der Schwarm” - Die Natur schlägt zurück
Science-Fiction |
12. April 2009 9:16 Uhr |
Pau |

Dann jetzt mal zu Frank Schätzings bekanntestem und wohl bestem Werk. Wobei ich da schon einige Kritikpunkte hätte, man merkt Schätzing einfach an, dass er sich Michael Crichton zum Vorbild genommen hat und unheimlich viele Recherchen anstellt, bevor er ein Buch schreibt. Aber während Crichton sich dieser Grundlagen bedient und dann nur Fiktion drum spinnt, ist es Schätzing meiner Meinung nach zu wichtig, alle seine recherchierten Fakten irgendwie im Buch unterzubringen. So driftet “Der Schwarm” zu oft in unwichtige Handlungsstränge ab, anstatt sich auf den grandiosen Hauptplot zu konzentrieren.
Die Menschheit sieht sich plötzlich unerklärchlichen Naturphänomenen gegenüber, riesige Krebsschwärme besetzen alle Küsten, Wale greifen Boote an und ein riesiger Tsunami überschwemmt Nordeuropa. Ein Trupp Wissenschaftler glaubt nicht an einen Zufall über die plötzliche Angriffslust des Meeres und begibt sich auf die Suche nach einem Urheber. Man findet ihn in den Tiefen des Meeres…
Schätzing greift ein interessantes Szenario auf, was mit den Tsunamis der letzten Jahre mitunter schon recht real anfühlt. Gerade mit diesem Unwissen, was für eine Macht dahinter steckt und ob hier tatsächlich die Ausrottung der Menschheit bevorstehen könnte und das aus einer Richtung, die vermutlich keiner eingeplant hätte, liest sich das Buch sehr spannend. Besonders der erste Part mit den Attacken der Natur ist wirklich großartig geschrieben, Richtung Ende wird alles leider etwas zu übertrieben.
Was mich persönlich gestört hat, sind die weitschweifenden Erzählungen abseits der Handlung. Gerade das erste Kapitel ist beispielhaft dafür, hier wird seitenlang von der Lebensgeschichte eines Fischers erzählt, der wird dann im letzten Satz getötet und ist für die Handlung nicht mehr von Bedeutung, seine Geschichte auch nicht. Das gleiche passiert mitten im Buch, wenn auf einmal Leon Anawak meint, sich für seine Wurzeln zu interessieren und dann für einen großen Teil des Buches mit seinem Volk Erfahrungen bei Schnee und Eis sammelt. Auch hier fragt man sich, wann endlich die Hauptstory weitergeht und was die durch diesen Nebenhandlungsstrang überhaupt gewonnen hat.
Eine Verfilmung könnte ich mir allerdings wirklich gut vorstellen, Uma Thurman hat mit ihrer Produktionsfirma die Rechte vor ein paar Jahren gekauft, aber leider hat man seitdem nichts mehr von dem Filmprojekt gehört. Aber ich bin sicher, der Roman wird seinen Weg noch auf die große Leinwand finden.



4 Kommentare | Einen eigenen Kommentar schreiben
Auch ich halte den Schwarm für ein interessantes und teilweise auch fesselndes Buch. Gerade die Thematik zu Unerforschtem, Faszininierendem und Gefährlichem in und aus den Meeren spricht an; und Schätzing hat auch einen spannenden Schreibstil. Mir geht es allerdings genauso wie dem Verfasser der Buchbeschreibung. Die vielen Stränge haben mich nicht unbedingt gestört, aber für mich ist Schätzing sein eigenes Thema “aus dem Ruder gelaufen”. Man merkt, dass er immer noch etwas draufpacken will und zum Schluss wirkt das Buch auf mich doch sehr übertrieben, in sich nicht mehr schlüssig und unglaubwürdig.
Aber eine Vefilmung könnte ich mir trotzdem gut vorstellen.
04.05.09 09:37 Uhr | | Nach oben
Auch mir hat das Buch recht gut gefallen. Keine große Literatur, aber durchaus unterhaltsam und interessant (wenn man mal von den langweiligen ausschweifungen absieht). Für mich auf jeden Fall das beste Werk von Schätzing bisher.
13.05.09 16:23 Uhr | | Nach oben
Ich verstehe nicht so wirklich, was alle an Schätzings “Der Schwarm” so toll finden. Ich find das Buch ehrlich gesagt furchtbar. Und ich bin auch nach mehreren Lese-Anläufen nicht über die Hälfte hinausgekommen … Und es ist wirklich eine absolute Seltenheit, dass ich ein Buch nicht zu Ende lese!
12.06.09 14:11 Uhr | | Nach oben
@Thorlac beim ersten mal lesen hat es mich auch nicht so gefesselt und ich habs wieber beiseite gelegt. Bei zweiten mal liefs aber dann irgendwie anderst, und am Ende war es dann doch gut. Einzig der Schluss an sich fand ich, wie @Bernd schon schreibt, etwas zu uebrtrieben
aber dass muss jeder selber entscheiden.
26.06.10 13:25 Uhr | | Nach oben
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