Und hier noch ein Mittelalter-Buch. Frank Schätzing ist in erster Linie durch “Der Schwarm” bekannt und erinnert in seinem auf umfangreichen Recherchen beruhenden Stil oft an Michael Crichton. Sein erster Roman “Tod und Teufel” erschien bereits 1995. In das Szenario des Dombaus in Köln 1260 strickt Schätzing eine spannende Geschichte aus Verschwörung und Verfolgung. Zudem erfährt man sehr viel über die Zeit und die Verhältnisse in Deutschland im 13. Jahrhundert. Schätzing verknüpft die geschichtlichen Grundlagen sehr gekonnt mit seiner Romanstory und erschafft so einen wirklich kurzweiligen Roman.

Jacop ist ein Dieb und will im Garten des sich gerade im Bau befindenden Doms in Köln eigentlich nur ein paar Äpfel klauen, als er den Dombaumeister vom Gerüst stürzen sieht. Und er ist sich sicher, einen Schatten hinter ihm gesehen zu haben. Als die Nachricht verbreitet wird, der Dombaumeister habe Selbstmord begangen, weiß Jacob es besser, doch wem soll er es erzählen, wenn die Verschwörung in die höchsten adligen Ränge der Kölner Gesellschaft zu reichen scheint? Schon hat er den Killer auf den Fersen und niemand in Jacobs Nähe ist sicher. Langsam kommt er dahinter, dass der Mord nur ein Auftakt zu einem viel weitreichenderen Schritt, der nicht nur für die Stadt Köln viele Veränderungen mit sich bringen könnte…

“Tod und Teufel” liest sich mal nett nebenbei, wer es nicht gelesen hat, hat nichts Weltbewegendes verpasst, aber wer es liest, wird es nicht bereuen. Gerade die Mischung aus geschichtlichen Fakten und erfundenen Handlungssträngen macht Spaß, vor allem, weil der Vorfall tatsächlich auf historischen Überlieferungen beruht. Damals starb tatsächlich der Dombaumeister und es ging das Gerücht, er hätte einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Ob damals wirklich diese Machenschaften dahinter steckten, ist nicht klar, aber sicher kein unrealistisches Szenario.

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