“Tod und Teufel” - Frank Schätzing im Mittelalter
Thriller |
25. März 2009 7:45 Uhr |
Pau |

Und hier noch ein Mittelalter-Buch. Frank Schätzing ist in erster Linie durch “Der Schwarm” bekannt und erinnert in seinem auf umfangreichen Recherchen beruhenden Stil oft an Michael Crichton. Sein erster Roman “Tod und Teufel” erschien bereits 1995. In das Szenario des Dombaus in Köln 1260 strickt Schätzing eine spannende Geschichte aus Verschwörung und Verfolgung. Zudem erfährt man sehr viel über die Zeit und die Verhältnisse in Deutschland im 13. Jahrhundert. Schätzing verknüpft die geschichtlichen Grundlagen sehr gekonnt mit seiner Romanstory und erschafft so einen wirklich kurzweiligen Roman.
Jacop ist ein Dieb und will im Garten des sich gerade im Bau befindenden Doms in Köln eigentlich nur ein paar Äpfel klauen, als er den Dombaumeister vom Gerüst stürzen sieht. Und er ist sich sicher, einen Schatten hinter ihm gesehen zu haben. Als die Nachricht verbreitet wird, der Dombaumeister habe Selbstmord begangen, weiß Jacob es besser, doch wem soll er es erzählen, wenn die Verschwörung in die höchsten adligen Ränge der Kölner Gesellschaft zu reichen scheint? Schon hat er den Killer auf den Fersen und niemand in Jacobs Nähe ist sicher. Langsam kommt er dahinter, dass der Mord nur ein Auftakt zu einem viel weitreichenderen Schritt, der nicht nur für die Stadt Köln viele Veränderungen mit sich bringen könnte…
“Tod und Teufel” liest sich mal nett nebenbei, wer es nicht gelesen hat, hat nichts Weltbewegendes verpasst, aber wer es liest, wird es nicht bereuen. Gerade die Mischung aus geschichtlichen Fakten und erfundenen Handlungssträngen macht Spaß, vor allem, weil der Vorfall tatsächlich auf historischen Überlieferungen beruht. Damals starb tatsächlich der Dombaumeister und es ging das Gerücht, er hätte einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Ob damals wirklich diese Machenschaften dahinter steckten, ist nicht klar, aber sicher kein unrealistisches Szenario.



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Dass mit den historischen Überlieferungen wusste ich nicht, ist aber in der Tat recht interessant. Ansonsten sollte man einen großen Bogen um das Buch machen, wenn man etwas richtig Historisches erwartet. Ich habe viele Bücher gelesen, die Historik mit einem “Roman” verbinden, aber “Tod und Teufel” ist eine 08/15 Hollywood-Geschichte. Eine einfache Popcorn-Handlung und dazu noch obercoole Charaktere, die alle so spezialisiert und einfach sind, wie es nur geht (Cooler Assasine, kluger Gelehrter, der den Wahn der damaligen Zeit nicht glaubt, den sympathischen Bettler, der rein und edel ist, die Frau, in die er sich verliebt, den Trunkenbold.)
Es gibt sicherlich Schlechteres, aber Frank Schätzing ist zurecht nur mit “dem Schwarm” bekannt geworden, denn zumindest “Tod und Teufel” ist nicht lesenswert sondern Einheitsbrei. Wobei ich persönlich eh zu den wenigen gehöre, die Schätzing für überbewertet halten. Da zeigt es “Timeline” von Crichton, wie man es besser macht.
28.03.09 13:55 Uhr | | Nach oben
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