Oh man, es war wohl der Film zum ersten Teil “Twilight - Biss zum Morgengrauen”, der mich dann doch dazu bewegt hat, den zweiten Band der inzwischen vierteiligen Vampirreihe von Stephenie Meyer zu lesen. Vermutlich hatte ich erwartet, dass der erste Band nur als Einleitung zu sehen ist und die spannende Geschichte jetzt dann doch mal losgehen kann. Weit gefehlt! Der zweite Band liefert sich ein erneutes Duell zwischen Teeny-Kitsch und Spannung, bei dem die Spannung nahezu immer voll auf der Strecke bleibt. Ich mache nach diesem Band erstmal wieder Pause…

Bella und ihr Vampir Edward sind zusammen, doch ein Zwischenfall im Haus seiner Vampirfamilie sorgt dafür, dass Edward Bella verlässt und mit seiner Familie wegzieht. Nach Monaten voller Liebeskummer beginnt sie eine innige Freundschaft zu Jacob, der jedoch auch ein düsteres Geheimnis birgt und für Bella mehr empfindet als nur Freundschaft. Doch dann bringt sich Edward in tödliche Gefahr…

Vorsicht, ich werde ab jetzt einiges SPOILERN, aber bei der lahmen Handlung ist mir das jetzt mal völlig egal. Stephen King hat vor kurzem gesagt, dass Joanne Rowling und Stephenie Meyer beide erfolgreiche Bücher für Jugendliche schreiben, aber dass nur Rowling gut schreiben kann. Diese Aussage hatte ich noch im Kopf und beim zweiten Band fällt es wirklich auf, wie schlecht die Autorin eigentlich schreibt. Sie kann seitenlang über Liebeskummer heulen, aber Spannung aufbauen oder einen interessanten Storybogen stricken kann sie nicht.

Sie weiß nicht, was sie will, eigentlich will sie nur weiter im Kopf des Mauerblümchens vom Traumprinzen träumen, die Geschichte ist da eigentlich fast im Weg. So holt sie sich einfach eine böse Vampirin aus dem ersten Buch zurück, die aber nie wirklich in Erscheinung tritt, die ganzen leichtsinnigen Aktionen von Bella, nur um dabei die Stimme ihres verschwundenen Prinzen zu hören, sind einfach nur dämlich und Jacob und seinen Clan dann noch zu Werwölfen zu machen, ist zwar schon im ersten Buch angedeutet worden, aber irgendwie auch sehr einfallslos gedacht. Irgendwie meine ich noch im Hinterkopf zu haben, dass die Wölfe gleich mehrere Meter groß seien, was für eine unnötige Übertreibung. Zudem wird dann im letzten Drittel die Hauptstory komplett gekippt, um einen vermeintlich spannenden Ausflug nach Italien zu einer bösen Vampirgruppe mit einer Rettungsaktion Edwards einzustreuen, doch auch hier passiert irgendwie nichts. Alle Gefahren werden zur Seite geschoben, um Bellas Gesäusel beim Wiedersehen mit Edward Platz zu machen.

Dieses Buch ist wirklich nur für kleine Mädels unter 20 geschrieben, immer wenn es spannend wird, wird das schnell beendet und wieder Liebesgesäusel zwischengestreut. Mit Jacob kommt dann noch die tolle “bester Freund liebt mich”-Variante hinzu, alles so vorhersehbar und langweilig. Im ersten Buch fand ich diesen neuen Ansatz an eine Vampirgeschichte noch ansatzweise interessant, hier merkt man, dass die Autorin es einfach nicht drauf hat. Sie will nur seitenweise säuseln und jammern, die Vampirgeschichte dient nur dazu, um den ersehnten Märchenprinzen noch außergewöhnlicher zu gestalten.

Stephenie Meyer weiß einfach nicht, wie man schreibt, sie hat einfach einen Nerv einer bestimmten Gruppe gestroffen, aber schon im zweiten Band geht ihr Prinzip nicht mehr auf. Ein Vampirroman braucht Spannung und es ist ja nicht so, dass sie sich nicht selber Vorlagen dazu baut, aber sie setzt sie nicht um. Sie konzentriert sich stur auf Bellas Gefühlsleben und vergisst sogar, aus der Story mit dem Vampirclan in Italien etwas zu machen. Selbst meine Schwester, die sich gerade den vierten Band besorgt hat, musste zugeben, in erster Linie noch weiter zu lesen, weil sie wissen will, wie es weitergeht, die Begeisterung hat nach dem ersten Teil rapide nachgelassen. Und es ist doch schon sehr bezeichnend, dass aus ursprünglich drei Büchern jetzt schon vier geworden sind. Aber soll man es ihr verübeln? Wer so schlecht schreibt und trotzdem so viele Bücher verkauft, wäre blöd, wenn er aufhören würde, oder?

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