Was als nette Fantasyidee für Kinder begann, endet als großer Fantasyroman für Erwachsene. Wer nach “Tintenherz” nicht den Fehler gemacht hat, mit der Reihe aufzuhören, und dann von “Tintenblut” so begeistert war wie ich, wird um das Ende der “Tintenwelt”-Trilogie nicht herumkommen, schon alleine, weil die beiden letzten Bücher eigentlich eine gemeinsame Geschichte erzählen. Ich persönlich bin froh, dass ich nach dem Cliffhanger am Ende von “Tintenblut” gleich den dritten Band weiterlesen konnte. Und der ist noch um einiges spannender, fantastischer und düsterer als seine Vorgänger. Aber Vorsicht, Spoilergefahr für alle, die noch nicht über “Tintenherz” hinaus sind!

Mo, Meggie, Resa und ihre Freunde sind immer noch in der Tintenwelt. Mo kennt man inzwischen nur noch als den Eichelhäher, der zusammen mit einer Bande Räubern dem Natternkopf und seinen bösen Anhängern das Leben schwer macht. Doch dieser greift zu härteren Mitteln, und auch Orpheus verändert die Welt immer weiter nach seinen Ideen und versucht Mo dem Tod in die Arme zu werfen. Doch Mo kann einen Deal mit dem Tod aushandeln und dabei sogar einen alten Freund retten. Mit Hilfe der Tochter des Natternkopfers wird die letzte Auseinandersetzung gestartet, die den Tod des Natternkopfes und die Freiheit der Tintenwelt zur Folge haben soll. Doch trotz Fenoglios Hilfe lässt sich die Geschichte der Tintenwelt nicht vorschreiben, wie sie zu verlaufen hat und so wird es für viele ein Kampf um Leben und Tod…

Ich will nicht zu viel verraten, aber das dritte Buch ist um Klassen besser als der erste Teil, allerdings in meinen Augen nicht mehr wirklich für Kinder geeignet, dafür ist es einfach zu düster und bisweilen recht brutal. Aber hier funktionieren Fantasie und Spannung einfach großartig, die Charaktere machen Spaß und zeigen viele neue Facetten, man weiß nie, wie sich die Geschichte entwickelt, denn selten nimmt die Handlung den Weg, den man vorhergesehen hat. Sicher wird es viele geben, die mit dieser Buchreihe gar nichts anfangen können, aber jedem Fantasyfan würde ich trotzdem empfehlen, ihr eine Chance zu geben und das auf jeden Fall bis zu “Tintenblut”. Wer bis dahin nicht auf den Geschmack gekommen ist, wird es wohl auch bei “Tintentod” nicht, auch wenn der finale Band noch mal einen drauf setzt.

Wäre die Verfilmung von “Tintenherz” nicht so in die Hose gegangen, würde ich mich wirklich auf die beiden folgenden Verfilmungen freuen, aber die tollen Vorlagen kann man sicher nicht originalgetreu umsetzen und schon gar nicht, wenn man den gleichen schlechten Stil wie bei der ersten Verfilmung anwendet.

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