Irgendwie ist “Sofies Welt” so ein Buch, von dem ich immer nur Gutes gehört habe, aber nie den Nerv hatte, es zu lesen. So kann ich auch gar nicht sagen, ob es jetzt richtig war, es zu lesen, obwohl ich der ganzen Philosophiethematik bisher nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt habe. Es war daher anfangs sehr schwer für mich, mich in das Buch hineinzufinden, aber ab der Hälfte wurde es dann echt spannend, obwohl es ja fast eine Mischung aus Sachbuch und Roman ist. Interessant ist das Thema auf jeden Fall, aber trotzdem ist das Buch schon sehr speziell und sicher nichts für jeden Geschmack. Ich schaue mir jetzt noch schnell die Verfilmung an und dann schreibe ich mal meine Kritik.

Sofie wird in wenigen Wochen 15, da erhält sie plötzlich Briefe mit sonderbaren Fragen wie “Wer bist du?”. Sie findet heraus, dass ein gewisser Alberto Knox dahinter steckt, der sie mit auf eine Reise in die Welt der Philosophie nimmt, von den Anfängen in der griechischen Antike mit Sokrates bis in die heutige Zeit. Sofie bekommt immer neue Briefe und fängt an, tief in die Welt der Philosophie einzutauchen. Doch warum will Alberto sich nicht mit ihr treffen und wer ist der Major, der ständig Briefe an seine Tochter Hilde schickt. Sofie stellt fest, dass der Philosophiekurs nur eine Grundlage für eine viel größere Wahrheit ist…

Es gibt Bücher, da muss man erstmal einen gewissen Teil gelesen haben, um sich fesseln zu lassen. Meiner Ansicht nach hat Jostein Gaarder auch einen Fehler gemacht, indem er die Fakten über die Philosophie am Anfang nur über Briefe vermittelt, man fühlt sich so oft seitenlang wie in einem langweiligen Geschichtsbuch. In gewisser Weise vermittelt er später im Buch ja auch jede Menge Fakten, aber da sie im Dialog von Alberto und Sofie dem Leser vermittelt werden, kann man sich viel besser darauf einlassen. Und die Idee, die hinter dem Philosophiekurs steckt, ist wirklich interessant und toll umgesetzt. Spätestens wenn Hilde selber im Buch auftaucht, bekommt das Buch eine völlig andere Richtung.

Die Philosophie ist ein interessantes Thema und vermutlich wurde sie selten so verständlich und unterhaltsam vermittelt wie hier. Aber man muss sich schon darauf einlassen wollen, sonst wird man gerade über den faktenlastigen Anfang nicht hinweg kommen. “Sofies Welt” war mitunter sehr anstrengend zu lesen, aber es war trotzdem sehr interessant und unterhaltsam. Und vielleicht ist es gar nicht so verkehrt, sich vorher noch nicht viel mit Philosophie auseinander gesetzt haben, dieses Buch hat auf jeden Fall mein Interesse geweckt. Und gerade weil der Autor den komplizierten Stoff soweit aufbereitet hat, dass auch Kinder schon folgen können sollen, ist es auch für Erwachsene ein gelungener Einstieg in die Thematik.

Ach ja, kurz noch zu der Verfilmung von 1999: Finger weg, ist zwar ein nettes Filmchen, aber es hat nicht wirklich etwas mit dem Buch zu tun. Der Film konzentriert sich mehr auf die Rahmenhandlung des Buches abseits des Philosophiekurses und versucht einen schnellen Abriss der Fakten, bettet alles aber in einen meiner Ansicht nach irgendwie zu übertriebenen Filmstil. Aber eine sinnvolle Verfilmung ist angesichts der Masse des Stoffes im Buch auch vermutlich gar nicht realisierbar, daher würde ich den Film auch nicht als schlecht bezeichnen, aber irgendwie wirkte er auf mich im Vergleich zum Buch irgendwie falsch. Es fehlt einfach zu viel und es wurde auf der anderen Seite zu viel verändert. Wenn man überlegt, dass Gaarder mit seinem Buch schon eine unglaublich geraffte Form der Geschichte der Philosophie darstellt, ist klar, dass einem das in der kurzen Zeit eines Film sicher nicht vermittelt werden kann und der Stoff vermutlich auch in der Masse einfach zu trocken für eine Verfilmung ist.

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