Nachdem die “Einleitung” beendet wurde, kann die richtige Geschichte anfangen. Alles, was einem im ersten Band “Tintenherz” gefehlt hat, bekommt man endlich in “Tintenblut”, was natürlich in erster Linie daran liegt, dass die Handlung dieses Mal in der Tintenwelt stattfindet. Warum, schreibe ich gleich, also sollte keiner weiterlesen, der nicht gespoilert werden will. Auf jeden Fall sollte man sich nicht vom ersten Band und schon gar nicht von der Verfilmung abschrecken lassen, die Geschichte wird noch richtig gut! Man sollte Meggie, Mo, Staubfinger, Farid und Elinor auf jeden Fall eine weitere Chance geben.

Orpheus schafft das, was Mo nicht konnte, er liest Staubfinger zurück in die Tintenwelt, Farid bleibt allerdings zurück und trifft auf Basta, der Staubfinger folgen und töten will. Meggie schafft es daraufhin, Farid in das Buch zu lesen und sich gleich mit. Doch Basta lässt sich von Orpheus zusammen mit Mortola, Mo und Resa ebenfalls dort hinlesen. So warten in der Tintenwelt neue Abenteuer auf die Helden der ersten Geschichte, besonders auf Mo wartet eine neue Karriere, denn er gleicht stark dem Eichelhäher, einem mysteriösen Räuber. Meggie findet auch Fenoglio wieder und gemeinsam versuchen sie, die Geschichte der Tintenwelt zum Positiven zu verändern, denn der böse Natternkopf will die Macht übernehmen. Auch Staubfinger, der schwarze Prinz und seine Räuberbande wollen helfen, doch vieles läuft in der Tintenwelt anders, denn sie will sich nicht so einfach verändern lassen…

Das erste Buch war nett, aber das zweite ist ein völlig anderes Erlebnis. Cornelia Funkes Tintenwelt strotzt nur so von lustigen Einfällen, interessanten Charakteren und faszinierenden Fabelwesen. Auch die Geschichte wird um einiges vielschichtiger und düsterer, als ein Kinderbuch würde ich “Tintenblut” nicht mehr bezeichnen. Die Hauptcharaktere entwickeln sich alle deutlich weiter und geraten alle an ihre Grenzen. Dazu wird die Geschichte immer spannender und weicht vom gradlinigen Stil des ersten Bandes ab. Was hier geplant wird, führt selten zum erhofften Ergebnis und oft sogar zu viel Schlimmerem. Wer das Ende des ersten Bandes noch als recht abschließendes Ende gesehen hat, sollte hier gleich den dritten Band dazu holen, denn der Cliffhanger am Ende von “Tintenblut” ist um einiges heftiger. Ich jedenfalls war froh, sofort weiterlesen zu können.

Also noch mal der Tipp: Haltet “Tintenherz” durch, “Tintenblut” und “Tintentod” sind wirklich tolle und spannende Fantasyromane! Allerdings befürchte ich angesichts der ersten Verfilmung, dass die tolle Geschichte von “Tintenblut” in der Form leider nur in die Hose gehen kann.

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